|
mein Leben - Otto Morr
Ich bin und bin nicht, bin anders und wieder nicht, unspektakulär und dennoch spektakulär, verwurzelt und dennoch losgelöst, widersprüchlich jedoch nicht paradox – bin Leben, Natur – ein Mysterium.
Bin ein Eingeborener aus dem Odenwald und mein Heimatort ist Siedelsbrunn, ein OT von Wald-Michelbach im Überwald, wo ich seit 1956 fast ununterbrochen lebe.
Mir zeigen sich die Welten hinter den Welten, die Dinge hinter den Dingen, was unter der Oberfläche ist, sich hinter dem Schein verbirgt. Und so ist für mich das Paradies - die Einheit real und unsere sogenannte Realität - Dualität die Illusion.
Mich als Person, also, Ich bin, gibt es nicht – Ich ist eine Illusion und all das was daraus resultiert existiert nicht. Leben geschieht – bin Leben – geschieht durch mich und so bin nicht ich der denkt und handelt, es ist das Leben selbst.
So gibt es zwar meine persönliche Daten, doch es gibt niemand für diese Daten, und auch bin ich dies und das, doch das bin ich nicht, und all meine Fähigkeiten sind nicht meine Fähigkeiten, und all das was ich getan habe, habe ich nicht getan.
Es gibt niemand der etwas tun kann – nichts existiert ausser dem unbeschreiblichen Nichts – die Welt der Materie ist und ist doch nicht, sie ist eine Illusion. Und so lebe ich im Vertrauen und dem Wissen, dass es mich nicht gibt und ich somit auch nicht der Handelnde bin, tue aber so, als ob ich der Handelnde wäre.
Ein kleinen Einblick in mein Lebensweg.
Als Kleinstkind erfuhr ich Dinge die unbeschreiblich sind – die mir klar machten, dass in dieser Welt, in die ich hinein geboren wurde, die Dinge nicht rund liefen, dass da etwas fehlte, nicht ganz war, die Welt der Erwachsenen voller Leid und Schmerz war. Ich konnte und wollte mich nicht anpassen und so verlief mein Leben irgendwie anders. All das was so normal war, interessierte mich nicht wirklich – Schule, studieren, etwas erreichen, war nicht mein Ding.
Wollte einfach nur leben, mich selbst erkennen, das Leben verstehen und so kam, was kam, die Natur – das Leben selbst wurde mein Lehrer. Vieles habe ich erfahren, erlebt, ausprobiert, mich mit den unterschiedlichsten Dingen beschäftigt, traf die unterschiedlichsten Menschen. Habe in den unterschiedlichsten Bereichen gearbeitet und gejobbt – u.a. in verschiedensten Handwerken, selbständiger Geschäftsführer, Verkäufer, Tierpräperator, Altenpfleger, Outdoorguide, Extremsportler, Naturheilkundiger- und Lebensberater, Seminarleiter, Jäger, Wildnistrainer, Natur- und Wanderführer.
Eine besondere Herausforderung und Erfahrung war – über 4 Jahre, von 2002 bis 2006 lebte ich alleine und auf einfachste Weise, in einer Hütte im Wald. Und 1987 geschah ein ganz herausragendes Ereignis, das Leben beschenkte mich mit dem schönsten Geschenk, ich wurde Vater von einem wundervollen Sohn.
Was andere so über mich sagen.
Viele meinen ich sei anders, irgendwie nicht wirklich zu fassen, nicht einzuordnen, wäre offen und bodenständig, würde beruhigen und ermutigen, hinter die Dinge schauen, Türe öffnen, Impulse geben, von noch nie gehörtem sprechen, verändern, hätte ihr Leben verändert.
Für manche bin ich ein Fossil aus längst vergangener Zeit, für andere etwas Neues, jemand der, der Zeit voraus ist, ein Wegbereiter, ein Entdecker. Manche nennen mich ein Waldmensch, Waldschrat, Naturmensch, ein Guru, Heiler, Schamane, ein Lebenskünstler und für andere bin ich ein Nixnutz, ein schräger Vogel.
„Leben erfährt sich oder eben nicht – und so werden all jene scheitern, die das Leben verstehen wollen und ebenso jene, die, die Welt mit Worten erklären wollen.“ |











